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Mittwoch, 7. Dezember 2011

Bei Polo in Jüchen gehen die Weihnachtskerzen aus

Seit fast 30 Jahren ist Polo, zuletzt mit Firmensitz in Jüchen, einer der großen Motorrad-Ausrüster. Zusammen mit Hein Gericke und Louis wurde der Markt zeitweise beherrscht. Jetzt ist „Schicht im Schacht“ wie es in unseren Breiten so schön heißt. Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet.

Wurde erst vor zwei Jahren bezogen:
die Unternehmenszentrale in Jüchen.
Nun ist ein Insolvenzantrag nicht zwangsläufig das Ende, schließlich ist Polo hier schon erfahren, gehörte das Unternehmen doch bereits in der Vergangenheit zu Konzernmüttern, die ebenfalls die Segel streichen mussten. Aus der Pleite von Fairchild hat Firmengründer und Wieder-Geschäftsführer Klaus Esser sein „Baby“ erst 2009 herausgekauft.

Jetzt muss er im Chefbüro Platz machen für Horst Piepenburg, einem der bekanntesten Insolvenzverwalter Deutschlands. Der hat in jüngster Vergangenheit schon SinnLeffers oder die Karstadt-Mutter Arcandor zu Grabe getragen – oder abgewickelt, wie Firmenbeerdigungen korrekt heißen. 800 Mitarbeiter in der Jüchener Zentrale und 95 Filialen sehen jedenfalls einem tristen Weihnachtsfest entgegen.

Polo-Geschäftsführer Klaus Esser (rechts)
musste Insolvenz für den Motorradausrüster anmelden.
An Polo hängt aber noch viel mehr. So hatte die Stadtverwaltung der neuen Unternehmensheimat noch im September große Pläne vorgetragen. Eine „Motorrad-Meile Südlicher Niederrhein“ sollte rund um den erst vor zwei Jahren bezogenen Firmensitz des Ausrüsters, in dessen Herz auch noch das Polodrom, ein Open-Air-Veranstaltungsort, pocht, entstehen. Bürgermeister Harald Zillikens kann sich von diesen Träumen wohl verabschieden – und die Polo-Kunden sich einen neuen Haus-und-Hof-Lieferanten suchen.

Horst Piepenburg möchte zwar erst Mal Bestandsaufnahme machen und sieht auch die Gehälter zumindest bis Ende Januar 2012 gesichert. Doch wenn einem Handelsunternehmen auf der Höhe des Weihnachtsgeschäfts die Luft ausgeht, kann man sich die Zukunftsaussichten selbst ausmalen. Rosig sieht jedenfalls anders aus. Das sieht auch das Handelsblatt so, titelt es doch zur Insolvenzeröffnung bereits „Polo ist pleite“

3 Kommentare:

  1. Ja so sind sie die Schwarzmaler.
    Selbstverständlich ist die Insolvenz nicht das was sich die Mitarbeiter wünschen aber es kann auch die Chance zu einem gesunden Neuanfang bieten.
    Der Hinweis auf das "Luftausgehen" auf der Höhe des Weihnachtsgeschäftes scheint die Vermutung zuzulassen, daß der Autor nicht wirklich Ahnung hat, wann ein Unternehmen in der Motorradbranche seine Hauptumsätze tätigt. Jedenfalls nicht zu Weihnachtszeit...

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  2. Naja, ´Cheffe´ scheint ja beim Thema ´Insolvenz´ den Durchblick zu haben.

    Die reißerische Headline des HB zitieren, "Schicht im Schacht" als Synonym für ein Insolvenzverfahren verwenden u. das Weihnachtsgeschäft als f. ein Motorradzubehör-Unternehmen wesentlich betrachten und vergessen, daß das Insolvenzgeld nach eröffnetem Verfahren vom "Amt" kommt.

    Der Autor sollte sich von Wirtschaftsthemen zukünftig möglichst fern halten.

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  3. Hallo Anonym
    wenn du doch soviel Ahnung hast, dann weißt du ja intern genau wie Hein Gericke Partner in 2001-2003 gelitten haben und was heute aus dieser Firma gegenüber früher, geworden ist!
    Und wenn, auch in der Motorradbranche, das Weihnachtsgeschäft schlecht läuft, wird das aufgrund des möglichen Vertrauensverlustes folgen für das Frühjahr haben!
    Das nächste Jahr, wenn Polo das überlebt,wird sicherlich mit dramatischen Umsatzeinbußen einhergehen! Weil um etwas zu verkaufen muss man auch die ausreichende Ware haben. Frage mal bei HG nach wie es in 2001 in den Läden aussah!
    Also immer vorsichtig mit Vorwürfen, wenn man selber auch nicht alles weiß!

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